Freitag, 12. Oktober 2012

"Das Geheimnis" - Zauberhafter Moment des Tages 28.09.2012


Ein Hauch von Schicksal lag in der Luft - es äußerte sich in Wogen von gebratenem Lachs, dem salzigen Dampf von Nudelwasser und mit Kakaostaub bepudertem Tiramisu, das nur darauf wartete, das man seinen gierigen Mund in ihm versenkte. Dazu gesellten sich Schallwellen rhythmischer Jazz Klänge, die die Ohren aller Anwesenden umgarnten und deren Hüften zu taktgemäßen Bewegungen verführten. Diese fein aufeinander abgestimmte, fabulös-famose Atmosphäre wurde unterstrichen vom Kuss des Herbstes, dessen liebevolle Umarmungen und Komplimente sich auch am Tische wiederfanden, wo sich ein Herbstblatt an das andere schmiegte, umschmeichelt vom zuckenden Schein tanzender Kerzenflammen. Der Anlass eines solch hübschen Zusammenkommens war jedoch gar kein Schöner: Das Glückspilzkind selbst sollte sich noch am nächsten Tag ins Auto schwingen, um im Norden Deutschlands an der Universität Bremen Fuß zu fassen und so wurden alle Gäste mit einem Gesicht empfangen, als hätte es sieben Tage Regenwetter gegeben. Abschiedspartys bieten selten Anlass zu größerer Freude - es sei denn, man hegt im Geheimen eine tiefe Abneigung gegen jene zu verabschiedende Person. Doch aus den Gesichtern meiner teuren Freunde war echter Kummer abzulesen, was mich traurig gemacht hätte, hätte ich nicht ein Geheimnis besessen, dass ich bald zu entlüften gedachte. Magen knurrten schon vor Hunger, brummten und gurgelten - doch bevor sich meine Gäste auf das angerichtete Essen stürzen durften (hier wurde ich mit noch wehleidigeren Blicken gestraft, denn war es nicht sowieso schon schlimm genug, dass eine geliebte Freundin Reißaus nahm, musste nun auch noch das Essen kalt werden ... ! ) war es Zeit eine kleine Rede zu halten. Ich erhob ehrfurchtsvoll meine Stimme, erzählte in ausschweifenden Sätzen von all den schönen Stunden die wir schon erlebt hatten, von Erinnerungen, die sich auf ewig in meine Seele gebrannt haben würden ... Nervöses, nein - hungriges Räuspern ging durch den Raum. Doch ich war erbarmungslos, bestand noch darauf, dass mein brandneuer Studentenausweis in Augenschein genommen wurde, bevor man sich den Bauch mit feiner Lachssahnesoße voll schlug. Und wollten sie ja dennoch höflich sein, nahmen meine geliebten Freunde dieses hässliche Plastikding mit gespieltem Interesse (denn - das ESSEN wurde kalt) tapfer in Augenschein. Und da: Schreie der Entzückung strebten in Richtung Zimmerdecke, hallten an den Wänden wieder. Ansbach. Da stand Ansbach. Nicht Bremen! Das Glückspilzkind würde hier bleiben! Hier in Nürnberg! Bei ihnen! Freudentränen flossen, es wurde gejubelt und gelacht. Durch das Nachrückverfahren, war ich mit viel Glück in meinen Traumstudiengang gerutscht. Statt trockener Germanistik wartete nun der sehr Praxis orientierte Studiengang "Ressortjournalismus" auf mich - und ja, ich schwebe auf Wolke Sieben!

Hier noch einige Impressionen des 28.09.2012:



PS: Herzlichen Dank an meine geliebte B. die sie sich dazu bereiterklärte all die tollen Photos zu schießen, die bei dieser kleinen Glückspost zu finden sind! You are gourgeous, darling!





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