Posts mit dem Label GLÜCKSkind werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label GLÜCKSkind werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 14. Februar 2017

Wo sich die Liebe versteckt



Ich glaube, heute ist es wieder soweit. Ausnahmezustand vom Feinsten. Wenn ich später in die Stadt fahre, werde ich ganz viele Menschen mit einer Tüte in den öffentlichen Verkehrsmitteln beobachten können. Keine Tüte voller Geschenke, die verheißungsvoll glitzern, wenn man es schafft einen kurzen Blick von oben auf sie zu erhaschen. Weihnachten ist schon ein bisschen her, Leute. Also nein, ich rede von einer anderen Tüte.

Früher hat mir meine Mama solche Tüten auf Busreisen mitgegeben. So eine Tüte soll nämlich assistieren, wenn der eigene Mageninhalt beschließt eine kunstvolle Darbietung auf den Schuhen des Sitznachbarn zu machen.

Umgangssprachlich also ein Kotzbeutel. Da! Es ist raus! Das Rätsel ist gelöst. Ein Kotzbeutel. Irgendwie ernüchternd. Andere haben womöglich auf eine Tüte Gras spekuliert. Ne - heute geht's wesentlich unappetitlicher zu. Vergeblich wird man an diesem Tag jedoch einem verdorbenen Hühnchen oder Ei die Schuld an einem derartigen Malheur geben können.

Verantwortlich sind die turtelnden Pärchen, welche mit überdimensionalen Teddybären (die jedem Übergewichtigem an Bauchumfang Konkurrenz machen) durch die Straßen flanieren, die Herzluftballons, Pralinenschachteln und "Schnuggiputzi" und "Schnazelschnuzies"die heute, am Valentinstag, wie eine nicht endende Kakofonie dem ein oder anderen Singel um die Ohren tanzen werden.

Habe ich noch ein Klischee vergessen? Wenn schon, dann will ich mir richtig Mühe geben. Achso ja - das Wichtigste! Wie konnte ich nur? Blumensträuße! Blumensträuße, so groß, als hätten sich alle Männer dieser Stadt geschworen sich dieses Jahr einen exklusiven Platz im Guinessbuch der Rekorde zu sichern. Als ... ähm ... stärkster Rosenkavalier? Schließlich gestaltet es sich als überaus umständlich mit 1000 Rosen vor der Nase der Liebsten einen überschwänglichen Begrüßungskuss zu geben.

Nehmt's mir nicht übel. Aber ich wäre dafür, dass die Kotzbeutel heute mal zu Hause bleiben. Der Grund? Liebe ist etwas Schönes und wird manchmal ganz furchtbar missverstanden. Außerdem ist das doch völliger Quatsch. Denkt doch mal drüber nach! Die verliebten Pärchen sind auch an anderen Tagen im Jahr unterwegs. Wir haben also 365 mal Zeit, um uns zu beschweren - warum packen wir dann ausgerechnet am 14. Februar aus? Achja - selektive Wahrnehmung. Und die Werbung trällert einem ja auch schon seit Wochen etwas vor, damit am 14. Februar dann das Fass der Verzweiflung endgültig überlaufen kann. Raffiniert. Ich hab's verstanden.

Vielleicht ist das jetzt leicht zu behaupten von jemandem, der am Valentinstag selbst gut gelaunt mit Schokoladenpralinen in Herzform jonglieret, mit einem Grinsen im Gesicht, als wäre die "Tüte" jetzt doch mal eine andere gewesen und dabei wie eine kaputte Schallplatte die Phrase "Heute Abend wird The Notebook geguckt!" von sich gibt, als wäre der Valentinstag die wohl beste Ausrede dafür, Ryan Gosling anzuschmachten, während man von einem anderen Kerl den Nacken gekrault bekommt.

Aber Schluss der langen, überflüssig dramatischen Vorrede! Der Klischee-Klauberei und der unnötigen Phrasen, bei denen du dir immer mal wieder kurz gewünscht hast, lieber auf die neuste Klatsch-Anzeige der "Gala" geklickt zu haben, anstatt im GLÜCKSnest vorbeizuschauen.

Bringen wir es auf den Punkt: Ich liebe die Liebe! Und du musst einfach wissen, dass sie nicht immer etwas mit dem von dir so sehr gescheuten Pärchen-Dasein zu tun hat.

Sie ist viel weiter, größer, allumfassender. Aber ich habe mich schon immer gefragt, warum so viele so sparsam damit umgehen. Aber heute morgen, als mir das kalte Wasser gegen Ende meiner Morgen-Dusche jeden Funken Müdigkeit austrieb, war das Bild ganz klar: Wenn man nie gelernt hat, wo man anfangen soll - wie kann man dann irgendwas von sich geben? Wenn man nie gelernt hat, dass es mit UNS beginnen muss, mit einer Reise zu unserem eigenen, inneren Licht, zu unserer Großartigkeit!

Wir leben in einer Welt der Wahrnehmung. Das ist spannend - schließlich gibt es hier auch ganz viel Tolles zu entdecken und mit unseren Sinnen zu erleben. Doch verlernen wir mit der Zeit den Kontakt zu unserem inneren Wesen, weil wir im Außen zu bemüht nach einem Gefühl suchen, dass sich in seiner ganzen Reinheit und Wahrhaftigkeit nur in unserem Inneren finden lässt. Wir sollten den Blick wieder mehr nach Innen, in unsere Mitte wenden und der Stimme lauschen, die uns jeden Tag aufs Neue verrät was sie möchte und wozu wir eigentlich hier sind.

Als Orientierung kann dir dabei der Kompass deiner Emotionen dienen. Beachte dabei, dass es auf dieser Welt nur Emotionen geben, die der Liebe entspringen. Ja, der Liebe. Soll heißen, alle negativen Emotionen entspringen einem MANGEL an Liebe. Achte also ganz genau darauf, wie du dich fühlst und beschimpfe die "schlechte Laune" nicht, wenn sie sich an grauen Tagen einmal zeigen sollte.

Stell dir deinen Körper als Wasserglas vor und das Wasser in ihm ist die Liebe. Wenn du dich schlecht fühlst und negative Emotionen hast ist in deinem Wasserglas weniger Wasser vorzufinden, als üblich. Um mehr Wasser zu bekommen hilft es natürlich nicht Krieg gegen die Leere im Glas zu führen oder die Leere herauszuschneiden. Nein, du musst dein Glas wieder mit Wasser, also Liebe, füllen, um dich besser zu fühlen.

Vertraue also darauf, dass alles was dir widerfährt, aus Liebe geschieht und weil es dir dienen will und dass du auch die nicht so schönen Dinge irgendwann in einem größeren Ganzen als sinnvoll und vor allem wertvoll anerkennen wirst! Egal wie viele "Schuckis" und "Putzis" dir heute also ein verächtliches Knurren entlocken werden - erinnere dich daran, dein Wasserglas stets voll zu halten. Und wie durch ein Wunder könnte es sogar sein, dass genau heute der Tag ist, an dem du deine große Liebe findest ... nämlich dich selbst!








Sonntag, 21. August 2016

Einfach nur LIEBE | GLÜCKSkind Vol. 2 Hörbuch komplett


Endlich gibt es wieder ein wenig GLÜCK für die Ohren, denn die neusten sechs Folgen des GLÜCKSkinds warten darauf von euch an einem gemütlichen Nachmittag oder Abend verschlungen zu werden. Also füttert eure Lautsprecher mit diesem schmackhaften GLÜCKSbonbon und damit eure Seelen mit einem Lächeln. Naschkram und eine Tasse Kaffee, oder was auch immer euch sonst GLÜCKlich macht, dürfen dabei natürlich auf gar keinen Fall fehlen.

Zusammen mit dem GLÜCKSkind geht ihr der Frage auf den Grund, was Liebe überhaupt bedeutet. Setzt euch mit dem UnGLÜCK außeinander, feiert die wichtigste Person in unserem Leben, nämlich Mutti, erörtert das Mysterium der Zeit und lernt mit all dem negativen Nachrichtenschwall der Welt souverän umzugehen. Denn, wie heißt es doch so schön: GLÜCK ist, was du daraus machst und diese Hörbuch ist gewiss ein kleiner Anfang auf dem Weg zu uneingeschränkter Lebenslust und Freude!






Dienstag, 26. Juli 2016

Die Welt dreht durch?! GLÜCKS SOS!


Ich habe nachgedacht. Viel nachgedacht. Wenn ich es recht bedenke, habe ich so viel nachgedacht, dass ich das Denken mal für mindestens eine Woche sein lassen könnte. Das mache ich natürlich nicht, aber ich wollte es zumindest mal angemerkt haben.

Also: Zur Zeit ist es ja so, dass man wahrscheinlich weniger Angst davor hat mit einem Hai zu kuscheln, als vor die eigene Wohnungstür zu treten. Spätestens nach dem sich keine 300 Meter neben dem GLÜCKSnest in Ansbach eine menschliche Bombe in die Luft jagte, musste ich schon ganz kräftig schlucken, um weiterhin meine Flagge mit der Aufschrift "GLÜCK für alle!" durch die Luft zu schwenken. Tatsächlich, hängt sie gerade auf Halbmast.

Da frage ich mich selbst als GLÜCKSkind, wie ich mein sonst so standhaftes Lächeln aufrecht erhalten soll. Deshalb das viele Nachdenken. Ausnahmsweise hat es mal was gebracht. Denn ich bin mir sicher, dass es vielen da draußen so geht. Schließlich werden wir zur Zeit praktisch tagtäglich von irgendwelchen Hiobsbotschaften und Grausamkeiten in der Welt überflutet. Klar, wer klickt schon "Heute ist überhaupt nichts passiert, es war ein ganz und gar langweiliger Tag?" Vielleicht kann ich froh sein, wenn sich überhaupt einer begnügt, sich sein kleines GLÜCKS SOS abzuholen.

Ich war zum Tathergang nicht im GLÜCKSnest, wäre es zwar gewesen aber von solchen "Wenn" und "Aber" möchte ich mal ganz schnell Abstand nehmen. Ich bin einfach nur dankbar, dass ich wohlauf bin und es bei dem Anschlag auch "nur" Verletzte gab - wenn man den Täter mal außenvorlässt, aber der wollte es ja nicht anders.

Als ich dann im Zug zurück ins GLÜCKSnest saß, hat mich ein junges Mädchen angesprochen, die erst seit zwei Wochen wieder in Deutschland ist und sich davor sozial in der Welt engagierte. Sie fragte mich, wie man denn am besten mit so einer Situation umzugehen hat, wie der beste Blick darauf ist, was man denken, was man fühlen soll?!

Puhh, GLÜCKSpilze, da ist mir zum ersten Mal seit langem nicht sofort eine Antwort eingefallen. Ich habe ihr erstmal kommentarlos einen meiner Liebesbriefe in die Hand gedrückt. Ist ja auch ein bisschen befremdlich, oder? Da ist man Monate von Zuhause weg, am Ende der Welt, und keine zwei Wochen wieder auf deutschem Boden und es passieren genau in diesem Zeitraum mehrere furchtbare Dinge, die die Zuschauerzahlen der Nachrichtensender gesprengt haben müssen.

Und alle saugen sie die Negativität der Welt auf und nähren damit das Konstrukt der Angst, das mittlerweile auch in verschlafenen Städtchen wie Ansbach angekommen ist. Ich fühle mich als hätte ich zwei Wochen nur Fast Food in mich reingestopft. Jetzt ist mir schlecht. Ganz ehrlich? Das muss aufhören! Heute steigen wir wieder auf gesunde Ernährung um: Vorpseiße? GLÜCK! Hauptgang? GLÜCK! Und zum Nachtisch nochmal GLÜCK mit ausgewählten GLÜCKSsträußeln on Top!

Dein GLÜCKSrezept:

1. Man nehme eine Hand voll weiser Worte, die in diesen wunderbaren Artikel verpackt worden sind: Der Autor beschäftigt sich mit der Frage, wie man in einer scheinbar negativen Welt trotzdem noch einen GLÜCKlichen Kopf bewahren kann.

2. Dazu servierst du eine kleine Lehrstunde beim GLÜCKSkind selbst, denn in meinem Video "8 Tipps um negative Gedanken loszuwerden" stelle ich dir ein paar wunderbare Methoden vor, wie du deinen Aufmerksamkeitsfokus wieder in die richtige Richtung lenken kannst!

3. Und als krönende Nachspeise gibt es noch ein kleines Video von mir, dass dich daran erinnern soll, wie schön das Leben ist. Als mir mein Kopf vor lauter Nachdenken fast geplatzt ist, habe ich mich einfach an mein Piano gesetzt und ein bisschen improvisiert und vielleicht können auch dich diese Klänge ein bisschen wegtragen, weg von all dem Negativen und hinein in die Arme von dem das sich, na? GLÜCK nennt!





Sonntag, 17. Juli 2016

Du hast 24 Stunden


Du hast 24 Stunden - was wie der Titel des nächsten Beststeller Krimis klingt und fleißig die Spitze der Spiegel Bestseller Liste erklimmern könnte (na, habe ich jemanden inspiriert?) ist im Grunde etwas viel Wichtigeres. Keine Lektüre, in der du vor dem Zubettgehen mit flackernden Augenlidern versinkst, nein, keine Lektüre - vielmehr eine Lektion und ganz vielleicht sogar ein Liebesbeweis. 


Wie man von Lektüre auf Lektion und dann zu Liebesbeweis kommt? Sicher nicht nur, weil ich versucht habe eine besonders hübsche Alliteration zu basteln. Okay - ich gebe zu, darum habe ich mich auch bemüht. Allerdings steckt viel viel mehr dahinter. 


Warum also eine Lektion? Ist dir bewusst, dass jeder Mensch dieselbe Chance hat seine Zeit hier zu nutzen? Du bekommst 24 Stunden, nicht mehr und nicht weniger und das jeden Tag aufs Neue! Du bekommst 24 Stunden, deine Eltern bekommen 24 Stunden, deine Nachbarn bekommen 24 Stunden, dein Chef bekommt 24 Stunden und auch der Bauer im hintersten Pfefferland bekommt 24 Stunden. Der einzige Unterschied besteht darin, wie diese Menschen mit dieser Zeit umgehen, worauf sie ihren Fokus setzen ... und genau das ist auch der Grund dafür, dass sich 24 Stunden in so vielen mannigfachen Farben zeigen können ... 


Ich brauche euch hier sicher nicht herunterbeten, dass wir in einer überaus schnelllebigen Zeit leben - das habt ihr in so vielen anderen Artikeln schon zu Genüge gelesen. Und auch das ist wohl bekannt:  Wir alle lesen (oder schreiben) darüber, aber wer beginnt auch wirklich etwas an seinen täglichen Gewohnheiten zu ändern? Kaum einer. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen ist es verdammt schwer aus seinen Gewohnheiten und damit aus dem Bequemen auszubrechen und zum anderen muss den meisten Menschen erstmal etwas Einschneidendes passieren, damit sie endlich aufwachen. 


Warum warten, bis einen Depression und Krankheit in die Knie zwingen und damit nicht selten der Motor sind, der uns endlich an das Ufer unserer wahren Bestimmung segeln lässt, weil wir plötzlich erkennen, dass unsere 24 Stunden gar nicht so selbstverständlich sind, wie wir das bis jetzt angenommen haben? Sie sind nicht nur nicht selbstverständlich, sie sind ein Geschenk, ein Geschenk, das uns das Leben gemacht hat, um uns zu sagen, wie lieb es uns hat. Es ist eben ein Liebesbeweis des Lebens, für das wir ab der Sekunde dankbar sein sollten, wenn wir am Morgen die Augen öffnen.


Warum wachen Menschen also jeden Morgen aufs Neue auf und opfern ihre 24 Stunden Dingen, die sie nicht GLÜCKlich machen? Oder zumindest einen Teil davon? Vielleicht arbeiten sie auch Tag für Tag in der Illusion, dass sie jetzt zwar etwas machen, was sie nicht so gerne tun, allerdings in der Aussicht darauf, dass das Geld, das sie mit dieser Arbeit verdienen, am Wochenende bei Cocktails und Co. Erleichterung bringen wird und damit auch lauter kleine und große GLÜCKSmomente. 


Also ich möchte nicht fünf Tage der Woche unGLÜCKlich sein und dann zwei Tage der Woche GLÜCKlich. Das wäre dann so, als würde ich fünf Tage der Woche nur am Geschenkpapier meines Geschenkes rütteln und am Wochenende dann auspacken und seinen Inhalt benutzen, bis ich es Sonntag Abend dann wieder sorgfältig verschließe, um die darauffolgende Woche wieder nur das Geschenkpapier zu streicheln. 


Natürlich sollte man jetzt nicht von heute auf morgen völlig gedankenlos seinen Job kündigen, aber doch kleine Schritte wagen. Fang mit einer Stunde nur für dich an. Fang damit an, eine Stunde lang jeden Tag das zu tun, was du liebst. Fang damit an, dich nicht nur berieseln zu lassen um einen schnellen und unkomplizierten Belohnungseffekt zu erzielen ... Ich glaube, ich muss jetzt nicht wirklich all die kunterbunten Social Media Kanäle, inklusive dieser neuen Pokemon Go Epidemie, aufzählen, um euch verständlich zu machen wovon ich rede. Ich weigere mich. Du musst selbst wissen, wo du dir tagtäglich GLÜCKS-Fastfood für die Seele holst - was deinen Moment vielleicht kurz unbeschwerter macht ... dir allerdings keinen besonderen Mehrwert für dein Leben gibt. 


Fang an dich mit dir selbst zu beschäftigen und herauszufinden was du liebst. Denn wenn du das getan hast, wirst du alles daran setzten es jeden Tag tun zu können. Ein Prozess, der bis zur vollkommenen Veränderung natürlich Jahre in Anspruch nehmen kann. Aber hey - dafür hast du jeden Tag aufs neue 24 Stunden geschenkt bekommen. Jetzt liegt es an dir sie weise zu nutzen. 




Montag, 23. Mai 2016

Lebst du noch oder liebst du schon?



Ich möchte ja nicht, dass du dich angegriffen fühlst, aber ich muss jetzt schon mal ein ernstes Wort mit dir reden. Ich weiß schon - eigentlich total ungewöhnlich, weil ich dir sonst immer mit diesem überschwänglichen Lächeln begegnet bin und du, wenn du an mich gedacht hast, immer dieses quirlige, lächelnde und lachende Mädchen gesehen hast, das über Wiesen hüpfte und bei jeder Blume erstmal in Begeisterungsströme ausgebrochen ist.

Dass ich jetzt so spitz mit dem Finger auf dich zeige hat auch gar nichts damit zu tun, dass ich jetzt nicht mehr zwischen Blumen tanze oder mich völlig in ihrem himmlischen Duft verlieren kann. Ich versichere dir, dass ich dir gerade lediglich den Spiegel vorhalten muss, weil ich es Leid bin dir dabei zuzusehen, wie du das Leben das dir geschenkt wurde mit nicht mal halb so viel Liebe füllst, wie es von Anfang an für dich vorhergesehen gewesen ist.

Wir leben in einer Zeit in der d a s  E c h t e  immer mehr schwindet und L i e b e nur noch zu einem Wort degradiert wurde, das wir uns durch die Bilder aus Film und Fernsehen oder die Worte zwischen den Zeilen eines Buches zu definieren versuchen. Wir alle suchen das GLÜCK und die g r o ß e  L i e b e und doch haben wir Angst vor Nähe und davor uns vollkommen fallen zu lassen - was dann gemein hin als "Bindungsängste" betitelt wird.

Wir leben in einem Zeitalter in dem Dating Apps wie Lovoo und Tinder den Glauben an zufällige, romantische Begegnungen praktisch abgelöst haben und man zunehmend den Eindruck bekommt, dass jene Apps zum McDonalds der Liebe aufgestiegen sind ... Ja, "Fast Love" schmeckt köstlich, bereitet im Nachhinein aber tierisch Bauchschmerzen und lässt die Seele zu einem aufgedunsenen, überfetteten Ort der Selbtbestätigung anschwillen, was man sich dann nur schwer wieder abtrainieren kann. Und die Auswahl erst! Nimmt man sich lieber die 1-Euro-Angebote oder gleich ein ganzes Menü ... aber bitte zum Sparpreis echter Emotionen, denn die gibt man heutzutage ja lieber nur noch unter Vorbehalt heraus... V o r b e h a l t - ein Wort das w a h r e Liebe gar nicht zu buchstabieren versteht.

Hast du dich jemals gefragt, ob das was du als L i e b e bezeichnest wirklich diese eine allumfassende, nicht fragende, bedingungslose Liebe ist oder ob es lediglich das ist, was du von der Liebe erwartest? Ob du vielleicht nur ein M u s t e r lebst, dem du stetig versuchst gerecht zu werden, damit du von anderen Menschen akzeptiert wirst. Und so stolperst du von einem Klischee zum nächsten ohne überhaupt zu begreifen, dass du dich gerade selbst in jene Spirale geworfen hast, die dich natürlich immer wieder zur selben Feststellung führen wird - denn ja, wir Menschen haben einfach eine Neigung dazu, uns unsere Gedanken immer wieder selbst in der Realität zu bestätigen: "Ich verliebe mich immer in die Falschen!" Ach, was? Das liegt vielleicht daran dass du nicht wirklich die L i e b e lebst, sondern ein Muster. Und allein das Wort M u s t e r sieht es vor, das es sich immer und i m m e r wieder wiederholt!

Okay - Stop. Vielleicht ist das alles ein wenig zu viel auf einmal, auch wenn du bereits in dir spürst, dass es durchaus sein könnte, dass der Mensch mit dem du dein Leben teilst (oder bald teilen wirst) lediglich da ist damit d u dich besser fühlst, damit d u dieses Loch in dir stopfst oder schlimmer, damit d u etwas hast, auf das du Kontrolle ausüben kannst ... in beiden Fällen begibst du dich in eine ungesunde Abhängigkeit, auf die eigentlich nur Menschen abzielen, die sich über Jahre ganz beharrlich selbst aus dem Weg gegangen sind und dem Irrglauben erliegen, sie würden sich selbst helfen können, indem sie anderen helfen.

Zwei Dinge würde ich gerne klarstellen: Erstens wird es keinem Menschen da draußen jemals möglich sein die Gedanken und das Handeln eines anderen Menschen gänzlich zu beherrschen und Zweitens kann das Loch in dir nur von d i r  s e l b s t gestopft werden. Wo wir bei einem weiteren Irrglauben sind: Um das Gefühl der Liebe zu erzeugen b r a u c h e n wir einen a n d e r e n Menschen - falsch, wir brauchen nur uns selbst.

Ist dir eigentlich bewusst, dass diese L i e b e die du zu empfinden denkst d e i n e Emotion ist? Etwas das d u erschaffen hast und über das allein d u auch die Kontrolle hast? L i e b e ist etwas Wunderbares und niemals falsch oder schlecht am Platz, du solltest sie immer in deinem Herzen tragen und sie stets mit deinen Mitmenschen teilen. Wie kommt es, dass wir zu wahren Liebes-Invaliden mutiert sind, die sich lieber im Wandschrank ihrer Emotionen verkriechen als mit offenen Armen durch die Welt zu gehen? Wie kommt es, dass wir uns lieber hinter den Bildschirmen unserer Smartphones und Tablets verstecken, als einander im echten Leben anzulächeln? Eine Art Bequemlichkeit, ein neuer Trend? Wo ist das E c h t e, wo sind die g r o ß e n, die w a h r e n Gefühle geblieben, die dich glauben lassen, du könntest die ganze Welt erobern? Und wer möchte freiwillig auf dieses Gefühl verzichten und entscheidet sich lieber für den laprigen Liebes-Cheesburger, den es bei Tinder und Co. für billige Anmachsprüche zu erstehen gibt, anstatt sich an einem hochkarätigen 5 Sterne Liebes-Buffet ganz und gar und voller Verzückung satt zu essen - dort, wo die Luft schon nach Schokolade schmeckt und man Endorphine atmet?!

Aber wer bringt uns bei was Liebe wirklich ist, was sie tatsächlich bedeutet? Ich glaube mittlerweile, dass wir irgendwann anfangen müssen es für uns s e l b s t herauszufinden. Denn nur so können wir die Muster-Falle umgehen und entdecken was in uns schlummert. DU bist Liebe, du allein entscheidest, wie du damit umgehst und ob du sie im ersten Schritt an der einzig wahren Stelle investiert: dir selbst.

Klar haben wir auch schon Erfahrungen gemacht. Schlechte Erfahrungen. Wahrscheinlich jede Menge. Aber weißt du was? Unsere Erfahrungen definieren nicht (!) was uns in Zukunft passieren wird, es sei denn wir haben sie zu unserer Wahrheit auserkoren. Wer wirklich vorwärts kommen möchte, sollte also bei dem Muster "Immer die Falschen" erstmal die Scheidung einreichen und sich für eine bessere Geschichte entscheiden. Danke.

Überleg mal ... was lässt dein Herz fliegen? Was lässt die Luft für dich nach Schokolade schmecken, was lässt dich Endorphine atmen? Und dann beschäftige dich reichlich damit, sodass du fast platzen könntest vor GLÜCK und sie schließlich erkennst: die e c h t e, die w a h r e Liebe, ganz ohne Muster. Die Liebe, die einfach existiert ohne Fragen zu stellen, die bedingungslos da ist und niemals vergehen wird, weil Liebe das Einzige ist, was uns die Wunder wieder sehen lässt die uns umgeben. Die Liebe, die uns vorbereitet auf das Abenteuer, das sich Leben nennt, das durch sie, die w a h r e Liebe, so wundervoll werden kann, wie wir es uns noch nicht in unseren kühnsten Träumen ausgemalt haben.






Sonntag, 8. Mai 2016

Danke Mama!



Danke Mama. Durch dich bin ich in diese wundervolle Welt gekommen und habe damit die Chance bekommen das Allerbeste in mir zu entdecken und diese meine Reise anzutreten, auf der ich schon so vielen magischen Dingen begegnet bin. 

Du hast mich gelehrt, meine Augen offen zu halten, zwischen den kleinen Felsen, Steinen, pelzigem Moos und Bäumen nicht nur den Wald des Lebens zu sehen, sondern ein zauberhaftes Reich, in dem mir Kobolde nachts meine Nasenspitze kitzeln und Paradiesvögel mit den zartesten Gesängen locken - oder was auch immer ich dort Magisches entdecken möchte.

Dadurch hast du mir dabei geholfen der Mensch zu werden, der ich heute bin. Ein Mensch der immer nach dem Wunderbaren sucht und niemals damit aufhören wird, selbst im größten Schlamm nach Sumpfblumen Ausschau zu halten.

Danke Mama. Durch dich habe ich gelernt, dass es okay ist ich selbst zu sein - nein, dass es das B e s t e  ist, was ich tun kann - dass Lachen und Liebe mehr bedeuten, als Weinen und Hass. Danke, dass du mich immer darin bekräftigt hast an der Schönheit meiner Träume festzuhalten, ob nun mit einem stummen Lächeln oder ganz klar gerade hinaus. Dadurch habe ich den Mut entdeckt stets auf dem Weg der Hoffnung zu tanzen, Pfützen des Zweifels zu überspringen und selbst im Regen der Ohnmacht zu steppen.

Und so singe ich mein Lied, manchmal laut, manchmal leise. Danke Mama. Danke, dass du mir dabei geholfen hast einen Rhythmus zu finden, der zu der Farbe meines Herzens passt. Der mich optimistisch durchs Leben trägt und meine Seele über Hürden springen lässt, von denen ich zu Anfang vielleicht gedacht habe, sie wären nicht zu überwinden.

Mama. Wusstest du, dass die schönste Melodie in meinen Ohren, die deines Lachens ist?

Weil du d a  bist, möchte ich zu dem Menschen werden auf den du stolz sein kannst. Und danke Mama, dass ich weiß, dass ich dazu noch nicht eimal etwas machen muss, dass es reicht zu e x i s t i e r e n um bereits ein Wunder zu sein. Für mich bist du das Größte von allen.

Du hast mich vor allem Schlechten beschützen wollen, dich wie eine Löwin stark gemacht, hast mir nie das Gefühl gegeben, dass mir etwas fehlt, weil es für uns immer schon genug war einander zu haben.

Egal wie viel oder wie wenig wir hatten, wir waren immer die Königinnen unseres Lebens, in deren Schatzkammern Berge voller Liebe glitzern, die wir nicht geizig herausgeben. Du hast mich gelehrt meine Tore immer offen zu halten und darauf zu vertrauen, dass Liebe immer stärker und größer sein wird als jeder Versuch sie zu unterdrücken.

Danke Mama. Danke für deine Liebe und die vielen Geschichten, mit denen du mich in den Schlaf des Vertrauens gesungen hast. Du bist meine Heldin und wirst es immer sein. Egal wo ich bin und egal wo du bist, mein Herz schlägt im Takt deines Atems weiter.

Danke Mama.



Dienstag, 12. April 2016

Warum's nicht immer GLÜCK sein kann


Ich glaube, ich habe noch nie solange gezögert meinen virtuellen Stift in die Hand zu nehmen, um ein paar Worte wie Konfetti in die Luft zu werfen, damit ihr euch an ihren schillernden Farben erfreuen könnt. Für gewöhnlich ist mein Letterkonfetti dann auch so bunt und beflügelnd, dass ich euch damit immer ein Lächeln auf die Lippen zaubere. Was aber, wenn es statt farbenfrohen Partyfitzelchen plötzlich richtige Regentropfen sind, die sich kühl und nass auf eure Schultern legen - also geradezu unangenehm sind? 

Ihr versteht also, warum ich versucht habe diese Thematik so lange es geht vor mich hinzuschieben, auch wenn wir diese Zeiten alle kennen, in denen wir vielleicht nicht mit einem breiten Dauergrinsen durch die Gegend hüpfen und selbst unschuldigen Passanten am liebsten gleich mit einem übermutigen "Das Leben ist schön!" in die Arme springen würden. Okay ... also ... so schwer es mir auch fällt, aber irgendwann muss ich doch auch mal über das UnGLÜCK sprechen, oder? Aber ist euch etwas aufgefallen? Selbst im Wort UnGLÜCK steckt noch GLÜCK und ich möchte euch im Folgenden verraten, was genau es damit auf sich hat - denn echte GLÜCKSpilze tanzen auch im Regen und nicht nur unter bunten Konfettiwolken!

Meine GLÜCKSmama hat mir das mal so erklärt - auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht etwas schräg klingen mag - aber stellt euch doch einfach mal vor, dass ihr in Wirklichkeit eigentlich gar nicht eine, sondern zwei Personen seid. Ja ich weiß - schräg! Aber ich habe euch ja gewarnt! Und ich verspreche euch, dass ihr, wenn ihr jetzt bei mir bleibt, etwas Großartiges gewinnen könnt, das nicht mehr und nicht weniger als pures ... na? Natürlich GLÜCK ist! 

Zwei Personen also. Die eine davon kennt ihr schon, sie ist das liebenswerte Wesen, mit dem ihr euch tagtäglich auseinandersetzt und von dem ihr bis jetzt wahrscheinlich gedacht habt, dass es ganz allein mit seinen Sorgen und Ängsten ist - und die andere Person? Die möchte ich euch jetzt gerne vorstellen. 

Tatsächlich schleicht sie sich allerdings stets mit einem erhobenen Zeigefinger heran, um euch zu picksen - und zwar dort, wo es weh tut, sehr weh! Das macht sie nicht etwa, um euch eins auszuwischen, sondern vielmehr, um euch darauf aufmerksam zu machen, dass ihr auf dem Fluss eures Lebens gerade fleißig in die falsche Richtung paddelt. 

Klar, das heißt nicht, dass das nicht nervig ist und dass einige unter uns für dieses zweite Ich wahrscheinlich auch nicht unbedingt die größte Sympathie hegen. Denn wenn uns Dinge passieren, die uns nicht gefallen, die uns gar traurig machen, dann ist sie dafür verantwortlich, um uns das klar und deutlich ins Gesicht zu schreien: "Das ist nicht das, was du willst!" Und zwar gefühlte 100000 Mal - bis wir es endlich verstanden haben. Sie bringt uns zum Weinen, vielleicht werden wir auch mal heimlich in unser Kissen boxen oder in Endlosschleife und ohne ersichtliche Orientierung durch die Straßen rennen, wobei die Laufschuhe und die sportliche Kleidung ein Alibi dafür sind, dass wir ja eigentlich nur "ein paar Kalorien verbrennen wollen" wenn es doch eigentlich unsere Wut ist, die endlich verschwinden soll. Und so sehr diese zweite Person - nennen wir sie Trübe Trude - uns auch auf den Wecker geht, sollten wir uns dringend daran machen uns mit ihr anzufreunden, denn das ist der einzig mögliche Weg sie loszuwerden! 

Trübe Trude ist die nörgelnde kleine Schwester, die einen Hang dazu hat uns auf jede möglichst schmerzhafte Art und Weise darauf aufmerksam zu machen was nicht passt, damit wir dadurch nur umso deutlicher erkennen können, was uns wirklich GLÜCKlich macht. Und meistens macht sich die Trübe Trude durch negative Gedanken und Emotionen bemerkbar - diese sind ihre Alltagskleidung. Wenn Trude allerdings besonders gemein ist, steckt sie uns sogar mit einer fiesen Grippe an oder lässt es unseren Körper durch Appetitlosigkeit und andere unfeine Merkmale wissen, dass wir nicht "brav" gewesen sind und uns als unangenehmes Resultat in eine Richtung bewegen, die wir nicht wollen, was uns wiederum physische wie psychische Schmerzen bereiten kann. 

Ihr fragt euch vielleicht, warum ich das gerade mit so einer Distanz sehe - weil ja auch eine Trübe Trude ein Teil von uns ist. In der Tat ist sie das irgendwie, aber sie ist trotzdem nicht Teil unseres eigentlichen, größeren, wundervollen Ichs, dass einfach nur GLÜCKlich sein möchte. Und trotzdem ist Trude unfassbar wichtig, weil wir durch sie erst wirklich erkennen, was wir tatsächlich wollen, indem sie uns so vehement klar macht, was wir eben NICHT wollen. Eigentlich sollten wir ihr danken, denn ihren Job macht sie immer gründlich und sie wird uns so lange darauf aufmerksam machen, dass wir unGLÜCKlich sind, bis wir uns bewusst dafür entscheiden es nicht mehr zu sein. 

Anfreunden mit Trude? Das wäre eigentlich fast nicht genug, ich setzte noch eine Schippe drauf: Wir sollten sie LIEBEN! Und weil sie unsere kleine Schwester ist, kann das doch gar nicht so schwer sein, oder? Okay, ich sehe in dieser Sekunde einige ungläubig die Augen rollen und denken "Wie kann ich bitte anfangen etwas zu lieben, dass mich so auf die Palme bringt?" 

Die Antwort ist simpel: Wir können sie erst dann wirklich loslassen, wenn wir ihr gegenüber keinen Groll mehr empfinden, weil wir Trude für gewöhnlich nicht mögen, wenn sie die Oberhand gewinnt. Wenn wir sie aber lieben könnten, dann würde uns ihre Anwesenheit kein Unbehagen mehr bereiten, sie verliert die Macht über uns und ist irgendwann gar nicht mehr da. Jedenfalls wird es keine Rolle mehr spielen, ob sie da ist oder nicht weil es keinen Unterschied macht, da wir durch die Liebe die wir für sie empfinden gelernt haben mit ihr umzugehen. Ein altes Sprichwort besagt, dass es die größte Kunst ist sich selbst zu besiegen - indem wir den negativen Gedankenschwall Lebewohl sagen und uns mit ganzem Bewusstsein wieder all jenen Dingen zuwenden die sich gut anfühlen und uns GLÜCKlich machen. 

Wir können es auch so drehen: Erst wenn unsere Trübe Trude merkt, dass wir unsere alte Größe, unser Licht - das was wir eigentlich sind - zurück gewonnen haben, kann sie gehen und uns ganz uns selbst und unserem wohlverdienten GLÜCK überlassen. 










Sonntag, 14. Februar 2016

Ich glaub, das nennt sich Liebe

Man sollte es nicht glauben, aber Kater Topolino ist nicht der einzige Mann, mit dem ich mein Leben teile. Das ist mir heute, an dem Tag, an dem viele männliche Individuen denken, sie müssten in den nächsten Blumenladen rennen, um ein Duzend Rosen für ihre Liebste heran zu schleppen - oder kurz: Valentinstag - sehr präsent in den Sinn gekommen und ich habe überlegt, dass ich mich doch mit einer Tasse Tee an das Fenster meines Turmzimmers setzen sollte, um mit meiner Feder des GLÜCKS ein paar Worte auf knisterndes Pergament zu kratzen.

Ich muss das so dramatisch formulieren, weil mechanisch klappernde Computertasten sich nicht einmal halb so romantisch anhören und schließlich ist das gerade ja das Thema schlechthin, bei dem ich natürlich keine Ausnahme darstellen darf. Und da ich mich insgeheim als Vorsitzende des „Clubs der (toten) Romantiker“ (den so viele gibt’s davon ja nicht mehr) ansehe, stehe ich natürlich ganz besonders in der Pflicht die Liebe in der Luft mit ein paar koketten Worten des GLÜCKS zu würzen.

Zugegebener Maßen, muss ich mich gerade durchaus bemühen, auf meinem gemütlichen Sessel still zu sitzen und nicht mit kleinen, flauschigen Engelsflügelchen verzauberte Liebespfeile auf wildfremde Passanten abzuschießen. Einfach so, weil dann ein paar mehr unter ihnen dieses für alle anderen überaus treudoofe Lächeln auf den Lippen trügen. 

Aber ich mag das. Ich bin ja selbst so eine. Wenn ich verliebt bin, dann aber richtig, dann schwebe ich auf einer rosaroten Wolke durch meinen Alltag. Nicht, dass die irgendjemand außer mir selbst sehen kann, aber ich fühle mich darauf so wundervoll geborgen, dass ich nicht selten Gefahr laufe vor lauter Schwärmereien gegen die nächstbeste Laterne zu laufen. Und selbst wenn es dann ein überaus beängstigendes Geräusch geben würde, nachdem man sich fragt, wie bei einem derartigen Knall all meine Zähne noch vorhanden sein können, würde ich wahrscheinlich immer noch lächeln und mit meinen Fingern die Buchstaben meines Angebeteten in den Himmel malen, den ich vom Boden aus natürlich ganz wunderbar beobachten kann.

Verliebt sein. Das ist schon eine ganz wunderbare Sache. Und meine Mama sagte mir einmal, dass es doch viel wichtiger sei jemanden zu finden, den ich lieben kann und nicht anders herum, jemanden zu finden, der mich liebt. Ich glaube, dass ich ihre Worte nicht zu jedem Zeitpunkt in meinem Leben wirklich verstanden hätte. Gut, dass ich 2016 ein weiseres Individuum bin und mit meiner Taschenlampe der Neugierde jedes noch so verkappte Rätsel lösen möchte.

Wenn man sich wirklich mal damit auseinander setzt, dann ist es tatsächlich so, dass es wesentlich einfacher ist geliebt zu werden als anders herum, weil wir uns, wenn wir selbst lieben natürlich auch automatisch in die Schusslinie diverser Verletzungen begeben, bei denen wir uns gesagt haben, dass es ratsam sei sich diesen unter keinen Umständen (noch einmal) freiwillig auszuliefern.

Aber da Liebe so eine große Sache ist, finde ich, sollten dafür auch „große Risiken“ in Kauf genommen werden. Und ja, eher sollten wir erpicht darauf sein jemanden zu finden, den wir lieben können, denn wenn wir nur jemanden suchen, der uns liebt würde er damit lediglich die Funktion einnehmen ein Defizit in uns auszufüllen, welches auszulöschen allerdings allein wir im Stande sind.

Jemanden zu finden den wir lieben können – jetzt verstehe ich, dass das was mit Selbstliebe zu tun hat. Weil alles bei uns anfängt, auch die Fähigkeit wirklich und aufrichtig zu lieben und sich damit als funktionierendes Glied in eine Beziehung zu begeben.


Es kann nämlich nicht jeder Mann so unkompliziert wie Topolino sein, der einmal nur genüsslich aufschnurren muss, damit ich spüren kann, wie mein Herz vor Entzücken anschwillt. Ich meine - jetzt mal ernsthaft! Der kann mich sogar noch Diva-mäßig mit seiner Tatze schlagen und ich gurre immer noch ein verträumtes "Ach meine süße, kleine, dicke Knutschkugel!" - Worte, die in diesem Zusammenhang bei einem Menschen wohl weniger gönnerhaft ausgefallen wären. Tatsächlich ist es so, dass ein Großteil Mann überaus sonderbar ist und nicht selten auch in mir kleine Fragezeichen aufsteigen lassen, die ich bis jetzt nicht zu entwirren wusste. Praktisch wäre es da doch, wenn ich meinem kleinen, korpulenten Topo einfach einen dicken Kuss auf die Schnauze geben könnte, damit sich dieser in ein stattliches Exemplar Mann verwandelt. So ein neu erzähltes der „Froschkönig“, nur dass meine Geschichte dann selbstredend „Der Katerkönig“ heißt. 


Donnerstag, 21. Januar 2016

Hörbuch "Ein bisschen GLÜCKSkind gefällig?" Vol. 1 | Die Suche nach dem GLÜCK



Hört, hört! Mich gibt's jetzt auch als schmackhaften Ohrenschmaus für schöne Stunden auf dem Sofa, mit einer Tasse Tee in der Hand vor dem Kamin oder unter gurgelnden, wohlduftenden Blubberblässchen in der Badewanne1 Fünf Mal habe ich euch nämlich schon aus meinem Alltag erzählt und jetzt schenke ich euch oben drauf auch noch ganz wahrhaftig meine Stimme im Ohr. Das kleine GLÜCKSbonbon auf dem Weg zur Arbeit oder einfach mal so, um die Seele baumeln zu lassen. Fühlt euch vom GLÜCK umarmt und behaltet euch immer die Schönheit eurer Träume bei und den Mut, ihnen zu folgen!





Donnerstag, 14. Januar 2016

Vom Zauber unerwarteter Begegnungen


Manchmal, an einem guten Tag, kommt es vor, dass mein Herz die Führung übernimmt. Das ist dann ein bisschen so, als würde ich meinen Verstand in den wohlverdienten Urlaub schicken und nur noch auf das hören, was meine Emotionen mir verraten ... denn manchmal wissen diese mehr, als man denkt. Nicht selten kribbelt es auch ein bisschen in den Füßen und Händen, als wäre ich kurz davor eine Zeitreise zu machen. Nur ist das noch nie vorgekommen. Noch nicht. In eine andere Welt falle ich trotzdem.

Plötzlich nehmen meine Augen alles um sich herum mit Liebe wahr und ich könnte über jedes noch so nebensächliche Detail in Begeisterungsströme ausbrechen, während es mir unter meiner Brust ganz warm wird und ich spüre, dass alles gut ist. Ich fühle mich dann richtig geerdet, als wäre ich ganz und gar mit mir selbst im Einklang und meistens ... passiert dann auch etwas Magisches! 

Ich rede von jenen rätselhaften Ereignissen, die einen so unverhofft überfallen, wie eine Stechmücke, nur dass man diese dann nie mehr loshaben möchte und hofft an so vielen Stellen wie möglich von ihr gebissen zu werden. Und dieses Mal waren sogar Cupcakes im Spiel. Ja, Cupcakes … und ich bin noch nicht einmal auf die Idee gekommen, mir wie Lola aus den Applepie Stories meinen Traumprinzen zu wünschen, da ich mir davor habe versichern lassen, dass es sich bei jenen köstlichen Exemplaren auf meinem Teller, nicht um magische Fairy Cupcakes handelt. Schade eigentlich. 

Trotzdem war ich regelrecht überwältigt, als plötzlich die Tür jenes kleinen Cafés aufplatzte, in dem ich mich gerade - ganz versunken in das Geschmackskonzert in meinem Mund - befand und eine fröhliche Erscheinung die gute Stimmung im Raum nochmals um einiges zu heben wusste. Gefühlte drei Atemzüge später, in denen sich natürlich auf ausgiebigste Art und Weise über Gott und die Welt unterhalten wurde und ich es nicht auslassen konnte zwei meiner Liebesbriefe zu zücken, hatte ich auch schon eine Einladung auf meinem Nachhauseweg kurz bei dieser Erscheinung auf eine Tasse Tee vorbeizusehen.

Nun war dieses vor GLÜCKseligkeit sprudelnde Wesen natürlich nicht irgendwer, sondern eine Künstlerin, die mich aus heiterem Himmel mit den Worten "Und wer bist du - du bist so schön!", ansprach, während ich noch nichtsahnend in meine Cupcakes biss und von meinem kleinen Platz aus fasziniert dabei zusah, wie jene Erscheinung ganz ekstatisch mit ihren Armen in der Luft herum gestikulierte, während sie sprach. Und schon war ich in das Gespräch involviert und fühlte, wie mich eine innere Wärme zu streicheln begann, die immer dann aufkommt, wenn mein Herz die Führung übernimmt. 

Da mein Verstand wie schon gesagt aus war, frohlockte meine Stimme sofort mit einem "Natürlich, gerne!" Und ein paar Stunden später sollte ich auch schon in einen zauberhaften Altbau fallen … Ich sage fallen, weil ich gewiss so große Augen gemacht habe, wie Alice, als sie durch ihr Kaninchenloch fiel und sich am anderen Ende ganz unverhofft in einer zauberhaften Welt wiederfand. Ich hatte ja schon erahnt, dass mich nur etwas derart Faszinierendes erwarten konnte, schließlich hatte mein Herz mir schon vorher jene Melodie vorgespielt, die mir riet, der Einladung auf jeden Fall nachzukommen und mein frenetisches "Natürlich gerne!" nicht nur leere Worte sein zu lassen.

Bereits im Treppenhaus, mit murmelnden Stufen unter mir und schön geschnitztem Holzgeländer, an dem ich mich andächtig empor schwang, wurde ich von zahlreichen bunten Bildern umarmt, die meiner Bewunderung nicht entkamen. Und so wandelte ich mit offenem Mund (ein Wunder eigentlich, dass keine euphorischen Speichelfetzen auf den dunklen Holzboden tropften) immer weiter hinauf und sollte schließlich in ein so entzückendes Farbenreich stolpern, dass ich das Gefühl hatte in einem meiner Romane gelandet zu sein. Der Geruch von Kräutertee und Farbe lag in der Luft und ich musste unweigerlich denken, dass ich mich an das spannende Film-Set einer Hogwarts-Lehrerin verirrt haben musste. Ein zweiter Fuchsbau vielleicht, nur dass hier statt Krätze und Krummbein zwei Katzen und zwei Hunde jedem Besucher mit ihrem Charme ein paar Streicheleinheiten abzuluchsen versuchten. 

Alles war so bunt und ... überwältigend! Als würde ich jetzt ausgelassen in einem Farbtopf baden, denn überall standen Farben herum, charmante Kleckse an Böden und Wänden, die von kleinen, schimmernden Spiegeln durchbrochen waren und sich dort mit schönen Edelsteinen zu mandalaartigen Gebilden verwuchsen. Von der Decke fielen lange, grüne Pflanzenarme, zwischen dessen Fängen eine antike Lampe baumelte … Und während ich dies schreibe … hach, war ich wirklich dort? Oder habe ich nur geträumt, bin in eine meiner Geschichten gestolpert und nun wieder in die Realität zurück gekehrt?

Doch wahrhaftig: Ich bestaunte Gemälde, schöne Frauen, mit vollen Lippen, bunte Formen und sanfte Striche, die sich mit wilden Farbfontänen abwechselten. Dann gab es Tee und inspirierende Gespräche, die ich hoffentlich bald fortführen werde und im Hintergrund wechselten sich sanfter Jazz mit Klaviertönen ab. 

Es gibt einen Begriff für jene magischen Begegnungen, die einen so unverhofft überfallen, dass man im Grunde niemals mit einer derartigen Wandlung am Tage gerechnet hätte: Serendipity. Ein englischer Begriff, der sich neben dem deutschen Wort Serendipität auch mit der Gabe unerwartet glückliche Entdeckungen zu machen übersetzten lässt. Und diese Erlebnisse machen das Leben erst interessant, lassen es in schnellerem Rhythmus atmen, lassen es sein schillerndstes Farbengewand anziehen, das nur darauf wartet bewundert zu werden.

Manchmal ist uns der Kopf vielleicht etwas zu sehr im Weg, weil wir gelernt haben, uns eher zurückzuhalten, unserem Herzen alle Sinne zu betäuben und Argwohn und Schüchternheit den Vortritt zu lassen. Aber manchmal, und ihr werdet wissen wann, ist es einfach Zeit dem Leben zu vertrauen und sich von seiner Magie anstecken zu lassen … und diese Magie schickt uns wenn wir GLÜCK haben direkt durch ein Kaninchenloch genau dorthin, wo wir in diesem Moment sein sollen, um wertvolle Inspirationen zu schöpfen. Und der Schlüssel dorthin? Ist ein offenes Herz, das voller Liebe ist und Vertrauen, Vertrauen darauf immer und überall einem Wunder begegnen zu können. 



Donnerstag, 17. Dezember 2015

7 Milliarden Geschichten und deine mittendrin!


Ich muss gestehen, ich verspürte schon immer ein gewisses Maß an Verwunderung, wenn mir jemand gegenüber saß, verständnisvoll nickte und sagte "Ich weiß genau, was du meinst!" Und ich erinnere mich an wenigstens ein duzend Mal, als ich genau diese Worte selbst schon gebraucht habe und dabei sicherlich nichts Böses im Schilde führte.
Doch wenn ich mit einer dampfenden Tasse Tee am Fenster meines Turmzimmers im GLÜCKSnest sitze, kommt es schon einmal vor, dass ich anfange über jene - auf den ersten Blick so gewöhnlichen - Worte zu sinnieren, während das Kraulen von Topolinos Hinterkopf diesen Denkprozess zu beschleunigen weiß.

Dienen Worte nicht eigentlich im besten Fall dazu, einen Sachverhalt hundertprozentig wahrheitsgemäß wieder zu geben? Und könnte ich mich dann jemals dazu herablassen zu behaupten ich wüsste genau, was andere dachten oder fühlten? 

Wären wir Menschen Bücher und das Leben eine riesige Bibliothek, so könnten wir feststellen, dass wir doch alle in den selben, schön polierten Regalen stehen, uns an den Rücken des jeweils anderen schmiegen, so vielleicht Halt bekommen und nicht umfallen. Aber hat jemand jemals ein Buch gesehen, das aufgestanden ist und dazu fähig war in einem anderen Buch zu lesen? Es mag ja sein, dass es möglich ist, dass in zwei unterschiedlichen Büchern, die selben Worte stehen und doch können sie davon einander nur erzählen, ohne wirklich völlig und ganz die Geschichte des anderen zu kennen. 

Jedes Buch bleibt also in seiner eigenen Geschichte gefangen und je nachdem, was in seinen vorherigen Kapiteln steht, verknüpft es die Erzählungen der anderen mit persönlichen Erfahrungswerten, die dann letztlich eine neues Kapitel ergeben, von dem wir denken, es würde dem in einem anderen Buch vielleicht besonders ähnlich sein. Vielleicht wäre es also angebrachter zu behaupten, dass wir eine Interpretation erschaffen, die wir dann, geknüpft an gemachte Erfahrungswerte, in der Realität heraufbeschwören. 

Das Leben ist doch nichts weiter, als das Spiegelbild unserer Gedanken. Schon Descartes wusste: Ich denke, also bin ich. Also müssten wir schon Gedanken lesen können, um ein "Ich weiß genau was du meinst!" mit reinem Gewissen heraus zu bringen. Obwohl ... falsch! Denn unsere Gedanken sind wiederum an unsere Emotionen, an die Farben unserer Seele gebunden und so bleibt uns im Leben eigentlich nichts weiter übrig, als eine ständige Interpretation und die Verknüpfung von Erlebnissen und Erfahrungen. Die einzige Wahrheit die also existiert, ist unsere eigene - die, die wir uns selbst erschaffen haben. 

Besonders prägnant fällt dies wahrscheinlich ins Gewicht, wenn wir über etwas verärgert sind, wobei sich viele ganz schnell den Bach ihrer Emotionen hinunter reißen lassen, anstatt einmal einen Schritt zurück zu treten, und die Situation von außen zu betrachten und sich bewusst zu machen, dass unser Leben tatsächlich nicht das ist, was es uns gibt, sondern das was wir daraus machen. 

Aber nun, was weiß ich schon - schließlich sind das ja auch nur meine Worte und ich bin mir nicht sicher, ob sie irgendwo da draußen auch in anderen Büchern stehen. Doch ist es nicht ein zum Nachdenken anregender Gedanke, dass wir - so sehr wir es auch versuchen - niemals gänzlich in die Köpfe der anderen eindringen werden, sondern einzig und allein aus dem Territorium unserer eigenen Wirklichkeit agieren? 

Aber genug der schweren Kost! Das nächste Mal gibt es statt eines philosophischen Schweinebratens wieder ein locker leichtes Himbeer Sufflé! Verdaut erstmal in Ruhe. Topolino guckt auch schon, als wäre er dabei ein Haarknäul an Fragezeichen hochzuwürgen. Und wer ein paar Worte dazu verlieren möchte, darf das natürlich sehr gerne tun. Ich freue mich immer über interessante Anregungen, zu meinen manchmal etwas wirren Gedankenergüssen.


Freitag, 20. November 2015

Ganz viel Liebe und noch mehr Herz


Ich habe einen Liebesbrief geschrieben. Normalerweise ist es mit Liebesbriefen ja so, dass man auf gar keinen Fall möchte, dass ihn irgendjemand außer der oder die Angebetete zu Gesicht bekommt. 

Mit meinem Brief verhält es sich ein bisschen anders. Deshalb habe ich gleich 2000 Expemplare davon angefertigt. Besser wären natürlich 81 Millionen gewesen, denn so viele Menschen leben in Deutschland. Oder 7 Milliarden - dann hätte ich gleich die gesamte Weltbevölkerung abgedeckt. Aber man sagt ja: Jeder fängt mal klein an. 

Ich also sehr motiviert in der Bahn. Es ist 6:20 Uhr und ich bin ganz allein in meinem Abteil, mit 50 Liebesbriefen in der Tasche und einem Herzen das ein wenig schneller schlägt als sonst, als ich anfange drei oder oder vier davon bedacht auf dem ein oder anderen Platz um mich herum zu legen - einen davon direkt mir gegenüber. 

Macht man ja nicht alle Tage, wildfremden Menschen zu sagen, wie großartig sie sind. Auch wenn es stimmt. Weil ich ganz genau weiß, dass jede Seele etwas ganz Besonderes an sich hat, etwas überaus Liebenswertes, an das sie ganz oft einfach nur wieder erinnert werden muss. 

Deshalb der Brief. Und weil in den Nachrichten gerade so schreckliche Dinge gezeigt werden und man bei sowas umso mehr von jenen süßen Momenten braucht, die einen meine Zeilen bescheren könnten, wenn man seine Augen und vor allem sein Herz nur offen hält. Das macht diese furchtbaren Dinge natürlich nicht ungeschehen, aber für den Augenblick schenkt es vielleicht ein Lächeln. 

Aber ja ... mir geht es auch so ... Wenn ich am Abend die Nachrichten ansehe, möchte ich danach am liebsten die Decke über den Kopf ziehen und mit meinen Elfen und Einhörnern eine Runde Schnickschnack spielen, bis alles vorbei ist. Nein ernsthaft. Das ist alles furchtbar. Sehr sogar. Und es macht mich alles so traurig, dass ich in solchen Augenblicken überlege, ob der Name GLÜCKSkind wirklich so gut zu mir passt. 

Doch dann denke ich wieder an meine Liebesbriefe und es wird mir gleich ein bisschen wärmer um die Brust, weil ich weiß, dass sie die Blumen sind, die ihr ganz unverhofft am Wegesrand pflücken könntet, wenn ihr GLÜCK habt und ich auch in eurer Stadt ein paar davon hinterlassen habe.

Aber zurück in die Realität - ich habe ja vorhin schon angemerkt, dass ich einen der Briefe direkt mir gegenüber niedergelegt habe. Das wird ein Spaß! Ich werde hautnah miterleben, wie ein mir noch unbekanntes Individuum auf meine geheimnisvolle Post stößt, sie gierig verschlingt und daraufhin hoffentlich ein seliges Lächeln seine Lippen ziert. Jedenfalls ist das der Plan - und nur, weil ich GLÜCKSkind heiße, bedeutet das nicht, dass alle Pläne die ich mir bis jetzt in den Kopf gesetzt habe auch aufgegangen sind. 

Um etwa 7:15 Uhr erreicht mich dann jenes erste Individuum, das von den Worten meines Briefes verzaubert werden könnte, wenn es sich nur die Zeit nimmt, ihn sich genauer anzusehen. Es ist ein Teenager von vielleicht vierzehn Jahren und um diese Urzeit wohl auf dem Weg zur Schule. Weil ich weiß, dass mein Weg zur Schule nicht unbedingt von Freudensprüngen begleitet war, denke ich natürlich sofort: Ha! Perfekt! Das könnte ihn aufmuntern!

Ich - denkbar aufgeregt - luke also verstohlen hinter dem Rand meines Buches hervor und mustere den jungen Mann eingehend, folge seinem Blick, der für den Bruchteil einer Sekunde tatsächlich an meinem Brief hängen bleibt. 

"Nimm ihn! Leß ihn!", rufe ich aufgeregt in Gedanken, bewahre jedoch mein Pokerface und blättere betont langsam eine meiner Buchseiten um, als wäre gar nichts. Und da hat er meinen Brief auch kurz in den Händen und ihn umgedreht ... um für maximal drei Sekunden auf der Rückseite zu verweilen. Klar. So schnell kann niemand lesen. Ich bin denkbar empört und überlege, ob es nicht besser gewesen wäre, ich hätte meine Liebesbotschaften auf Ipads ausgelegt - das wäre dann vielleicht eher ... zeitgemäß und würde bei der heutigen Jugend für weniger irritierte Blicke sorgen? Oh weh, wenn ich sowas schreibe, komme ich mir wie eine Oma vor. Also schnell wieder streichen. 

Okay, vielleicht bin ich ein bisschen altbacken, wenn ich tatsächlich gedacht habe, dass Briefe noch irgendeinen interessieren könnten? Oder zumindest die Generation, die da vor mir sitzt. Es kommt nämlich noch besser: Das nächste Individuum setzt sich einfach drauf. So mir nichts dir nichts auf die persönliche Liebeserklärung! Wenn es jetzt noch einen fahren lässt, bin ich aber total aus dem Häuschen und sage meinem aalglatten Pokerface Lebewohl, um es gegen ein bestimmtes "Mach doch mal die Augen auf!" einzutauschen. Hmm. Ok. Mal sehen, was noch so passiert: Nicht viel. Denn meine Botschaft wird im wahrsten Sinne des Wortes die gesamte Fahrt über breitgesessen. 

Später mache ich dann einen unauffälligen Streifzug durch das Abteil und sehe mir an, ob ein paar meiner Zeilen mitgenommen wurden. Von vier hat es einer in die Hände eines völlig Fremden geschafft und ich feiere diesen Sieg, als würde ich Eins mit einer Million verwechseln. Da ist es wieder, mein Talent mich über die kleinen Dinge zu freuen, denn die bedeuten oft das größte GLÜCK. 

Bei den anderen sollte es eben nicht sein. So einfach ist das. Die, die etwas damit anfangen können, werden meine Liebesbriefe schon entdecken. Du zum Beispiel. Sonst hättest du dich ja nicht ins GLÜCKSnest verirrt. Natürlich muss das jetzt nicht heißen, dass du meinen Brief gelesen hast, aber vielleicht erreicht er dich ja trotzdem noch irgendwie. Wahre GLÜCKSritter sollten da nie die Hoffnung aufgeben. 

Wenn du ganz lieb fragst, schicke ich dir auch gerne einen zu. Oder gleich zehn - dann kannst du in deiner Heimatstadt selbst als GLÜCKSfee aktiv werden. Umso mehr es von uns gibt, umso besser. Ich werde jetzt jedenfalls wieder losziehen und ein paar meiner Liebesbriefe "zufällig" am Wegesrand verlieren, während ich durch die Gässchen meiner Stadt schlendre. Einer muss die Menschen ja an das Gute in der Welt erinnern: Sich selbst und all die zauberhaften Farben ihrer Träume und Wünsche, die sie nie aus den Augen verlieren sollten. 




Freitag, 13. November 2015

Topolinos Geheimnis


Mein Kater hat ein Geheimnis - selbstverständlich weiß ich nicht, was für eins, sonst würde ich es ja wohl kaum ein Geheimnis nennen. Doch manchmal gibt es diese Momente, in denen er mich einfach nur mit seinen riesigen gelben Augen ansieht und ich kann ahnen, dass er gerade darüber nachdenkt. Vielleicht überlegt er auch, ob er es mir sagen sollte, erinnert sich dann aber ziemlich rasch daran, dass ich seine animalischen Laute ohnehin nicht verstehen kann. Dummer Mensch. Wir fliegen zum Mond und solche Sachen und ich verstehe es gerade Mal, wenn Topolino etwas zu Essen haben möchte ... oder eine Rückenmassage. Aber wie das wohl mit fast allen Geheimnissen dieser Welt ist - ich bin äußerst erpicht darauf es zu lösen!

Ich glaube nämlich, es hat etwas mit Topos Gelassenheit zu tun. Also warum er so gelassen ist. Klar - könnte auch daran liegen, dass er 16 Stunden am Tag schläft und deshalb nur aus der Ruhe kommt, wenn ihn ein sabbernder Hund weckt. Dann ist Schluss mit Gelassenheit. Aber so richtig. Dann schießt mein Topo auf den nächsten Baum, als hätte er einen Feuerwerkskörper verschluckt. Aber das passiert ziemlich selten und deshalb ist mein kleiner dicker Kater die meiste Zeit über eben eher gelassen. 

Natürlich - da gibt's noch ein paar andere Ausnahmen. Wenn er Hunger hat. Oder wenn er etwas gefangen hat ... eine kleine Maus zum Beispiel. Dann brüllt er derart laut durch die Gegend, als hätte er einen Elefanten erlegt. Kleine Maus. Das könnte missverstanden werden. Zumindest von denjenigen, die sich der italienischen Sprache bedienen können und wissen, dass Topolino übersetzt "Kleine Maus" heißt. Selbst da ist er gelassen geblieben - ich meine, als er seinen Namen das erste Mal vernommen hat. Ist ja bestimmt nicht Katers erste Wahl "Kleine Maus" gerufen zu werden. Lieber "Rambo, König" oder "Pharao". Aber Topo blieb - wie gesagt - gelassen. Vielleicht kann er nicht anders ... aber ich glaube, es hat doch mit diesem Geheimnis zu tun, mit dem er einfach nicht rausrücken will. 

Ich bin mir absolut sicher: würde ich dieses Geheimnis kennen, würde ich das "Prinzip der Gelassenheit" sowohl auf mich selbst und damit auch auf andere Menschen anwenden können. Mit Schnurren habe ich es schon versucht. Das klappt nicht so gut. Fühlt sich an, als würde ich mein Mittagessen wieder hoch würgen oder eine Erkältung bekommen. Ziemlich anstrengend also. 

Topo grunzt auf. Er hat den Kopf gehoben. Ich habe mal wieder versucht zu Schnurren und er ist sichtlich irritiert von meinen bemitleidenswerten Würgelauten. Sein Blick hält mich fest, natürlich sieht er mal wieder äußerst gelassen aus. Ich beschließe mich zu erheben und lege mich neben ihn auf den weichen Teppichboden. Ich glaube, heute kriege ich noch keine Antwort ... aber fürs erste versuche ich es mal mit 16 Stunden Schlaf. Mal sehen ob es was hilft.